Eigenes Küchenstudio gründen: Warum der klassische Weg heute unnötig riskant ist
- Claudia Stevens

- vor 7 Tagen
- 5 Min. Lesezeit

Die Gründung eines eigenen Küchenstudios gilt seit Jahrzehnten als attraktiver Weg in die Selbstständigkeit für Unternehmerinnen und Unternehmer im Möbel- und Küchenhandel. Doch die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten zehn Jahren deutlich verändert. Marktstrukturen sind komplexer geworden, das Kaufverhalten der Kunden hat sich gewandelt, und die Anforderungen an Marketing und Einkauf steigen kontinuierlich. Vor diesem Hintergrund ist der klassische Weg der Einzelgründung mit erheblichen Risiken verbunden, die viele Gründer unterschätzen. Dieser Artikel analysiert die Ursachen dieser Veränderungen, vergleicht die klassische Eigengründung mit dem Franchise-Modell und bietet eine strukturierte Entscheidungsgrundlage für Führungskräfte und Fachkräfte, die im Küchenhandel unternehmerisch tätig werden wollen.
Das Wichtigste in Kürze
Der Küchenmarkt ist durch Konzentration und steigende Systemkomplexität geprägt.
Klassische Einzelgründungen stoßen heute an Grenzen bei Einkauf, Marketing und Markenbildung.
Kunden erwarten transparente Preise und hohe Sichtbarkeit, was den Aufwand für Einzelgründer erhöht.
Franchise-Systeme bieten strukturierte Unterstützung, sind aber keine Garantie für Erfolg.
Die Wahl des Gründungswegs hängt von individuellen Voraussetzungen und Zielen ab.
Markteinordnung
Marktstruktur Küche
Der Markt für Küchenstudios ist durch eine Vielzahl von Anbietern geprägt, die von kleinen Einzelbetrieben bis zu großen Handelsketten reichen. In den letzten Jahren hat eine deutliche Konsolidierung stattgefunden. Größere Systemanbieter gewinnen Marktanteile, während viele kleine Studios unter dem Wettbewerbsdruck leiden. Dies führt zu einer stärkeren Konzentration und einem höheren Wettbewerbsniveau.
Konsolidierung
Die Konsolidierung im Küchenhandel bedeutet, dass Einkaufsmacht und Marketingressourcen zunehmend bei wenigen großen Akteuren liegen. Diese können bessere Konditionen bei Herstellern aushandeln und größere Budgets für Werbung und digitale Sichtbarkeit einsetzen. Einzelne Gründer stehen dem oft mit begrenzten Mitteln gegenüber.
Steigende Systemkomplexität
Die Anforderungen an ein Küchenstudio gehen heute weit über die reine Produktpräsentation hinaus. Digitale Tools, Planungssoftware, Online-Marketing, Logistik und Kundenservice müssen professionell organisiert werden. Die Komplexität der Systeme und Prozesse nimmt zu, was für Einzelgründer eine erhebliche Herausforderung darstellt.
Verändertes Kaufverhalten
Kunden informieren sich heute umfassend online, vergleichen Preise und erwarten transparente Angebote. Die Entscheidung für eine Küche wird zunehmend digital vorbereitet, der stationäre Handel muss dies durch professionelle Beratung und ein überzeugendes Einkaufserlebnis ergänzen. Diese Erwartungshaltung erhöht den Druck auf die Anbieter.
Der klassische Gründungsweg
Typische Schritte
Die klassische Gründung eines Küchenstudios umfasst folgende Schritte: Standortwahl, Einrichtung der Verkaufsfläche, Einkauf von Küchen und Zubehör, Aufbau eines Kundenstamms durch lokale Werbung und persönliche Netzwerke sowie die Organisation von Beratung und Verkauf.
Annahmen vieler Gründer
Viele Gründer gehen davon aus, dass eine gute Produktqualität und persönliche Beratung ausreichen, um Kunden zu gewinnen. Zudem wird oft erwartet, dass sich das Geschäft durch Mundpropaganda und lokale Präsenz organisch entwickelt.
Operative Realität
In der Praxis zeigt sich, dass ohne professionelle Marketingmaßnahmen und starke Einkaufskonditionen der Wettbewerb kaum zu schlagen ist. Die Sichtbarkeit im Internet, effiziente Kundenansprache und wettbewerbsfähige Preise sind entscheidend. Die operative Komplexität und der finanzielle Aufwand werden häufig unterschätzt.
Warum diese Risiken heute größer sind
Einkauf & Konditionen
Große Marktteilnehmer erzielen bessere Einkaufskonditionen durch Mengenrabatte und exklusive Lieferverträge. Einzelgründer haben oft keinen Zugang zu solchen Vorteilen, was die Margen schmälert und die Wettbewerbsfähigkeit einschränkt.
Marketing & Sichtbarkeit
Digitale Sichtbarkeit ist heute unverzichtbar. Suchmaschinenoptimierung, Online-Werbung und Social Media erfordern Know-how und Budget. Einzelne Küchenstudios haben hier oft Defizite, was zu geringerer Reichweite und weniger Kunden führt.
Marke & Vertrauen
Markenbildung ist ein langfristiger Prozess, der Vertrauen schafft. Einzelgründer starten meist ohne etablierte Marke, was den Aufbau von Kundenbindung erschwert. Franchise-Systeme bieten hier oft einen Vorteil durch eine bekannte Marke und standardisierte Prozesse.
Preisvergleich & Transparenz
Die Vergleichbarkeit von Angeboten im Internet führt zu einem starken Preiswettbewerb. Kunden erwarten transparente Preise und Konditionen. Einzelgründer müssen daher besonders auf Effizienz und Kostenkontrolle achten, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Voraussetzungen & Eignung
Für wen ist die Eigengründung sinnvoll?
Die Eigengründung eignet sich für Unternehmerinnen und Unternehmer mit hoher Risikobereitschaft, Erfahrung im Küchenhandel und der Fähigkeit, komplexe operative Aufgaben selbst zu managen. Wer volle Kontrolle über das Geschäft und die Marke behalten möchte, findet hier den richtigen Weg.
Für wen ist das Franchise-Modell passend?
Was bedeutet Franchise: Franchise (oder Franchising) ist ein Geschäftsmodell, bei dem ein Unternehmen (der Franchisegeber) einem selbstständigen Unternehmer (dem Franchisenehmer) gegen Gebühr das Recht gibt, ein erprobtes Geschäftskonzept mit Namen, Marke, Produkten, Systemen und Know-how zu nutzen. Kurz gesagt: Sie gründen Ihr eigenes Unternehmen, nutzen aber ein bereits erfolgreiches Konzept. |
Franchise ist für Gründer interessant, die von einem etablierten System profitieren wollen, Unterstützung bei Einkauf, Marketing und Organisation schätzen und bereit sind, sich an Vorgaben zu halten. Es eignet sich besonders für jene, die schneller und mit geringerem Risiko in den Markt eintreten möchten.
Systemischer Vergleich: Eigengründung vs. Franchise
Aspekt | Eigengründung | Franchise |
Investitionsaufwand | Hoch, volle Eigenverantwortung | Variabel, meist geringere Anfangsinvestition durch System |
Einkaufskonditionen | Eigenständig, oft weniger günstig | Zentral verhandelt, bessere Konditionen möglich |
Marketing | Eigenverantwortlich, hoher Aufwand | Systemgestützt, gemeinsame Kampagnen |
Markenbekanntheit | Neu, Aufbau erforderlich | Etablierte Marke, sofortiges Vertrauen |
Systemunterstützung | Keine, alle Prozesse selbst gestalten | Umfassende Unterstützung und Schulungen |
Flexibilität | Vollständig, eigene Entscheidungen | Eingeschränkt durch Franchisevorgaben |
Risiko | Hoch, alle Risiken trägt der Gründer | Geteiltes Risiko, aber vertragliche Bindungen |
Gewinnbeteiligung | Volle Kontrolle über Gewinne | Gewinnteilung mit Franchisegeber möglich |
Jetzt Franchisepartner*in (m/w/d) werden
Gründen Sie Ihr eigenes Küchen Studio und profitieren Sie von den Vorteilen eines bewährten Konzepts. Mehr erfahren!
Fazit & Entscheidungslogik
Die Entscheidung zwischen Eigengründung und Franchise ist keine Frage von richtig oder falsch, sondern von individuellen Voraussetzungen und Zielen. Die klassische Einzelgründung ist heute mit höheren Risiken verbunden, da Einkaufsvorteile, Marketingressourcen und Markenbekanntheit oft fehlen. Franchise-Systeme bieten strukturierte Unterstützung, sind aber mit vertraglichen Bindungen und weniger Flexibilität verbunden. Eine rationale Entscheidung erfordert die Abwägung von Risiko, Kontrolle, Investitionsvolumen und persönlicher Eignung.
FAQ
1. Welche Risiken birgt die klassische Eigengründung eines Küchenstudios?
Die klassische Eigengründung ist mit hohen Investitionskosten verbunden, da Standort, Einrichtung und Warenlager selbst finanziert werden müssen. Zudem sind Einkaufskonditionen oft weniger vorteilhaft, was die Gewinnmargen schmälert. Der Marketingaufwand ist hoch, da Sichtbarkeit und Kundenbindung eigenständig aufgebaut werden müssen. Fehlende Markenbekanntheit erschwert zudem die Kundengewinnung im Wettbewerb.
2. Wie unterscheidet sich das Franchise-Modell von der Eigengründung?
Beim Franchise-Modell profitieren Gründer von zentral verhandelten Einkaufskonditionen und gemeinschaftlichen Marketingmaßnahmen. Eine etablierte Marke schafft sofort Vertrauen bei Kunden und erleichtert den Markteintritt. Im Gegensatz dazu bedeutet die Eigengründung volle unternehmerische Freiheit, aber auch die alleinige Verantwortung für Einkauf, Marketing und Organisation. Franchise-Systeme setzen vertragliche Bindungen und Vorgaben voraus, die die Flexibilität einschränken.
3. Welche Voraussetzungen sind für eine erfolgreiche Eigengründung notwendig?
Erfahrung im Küchenhandel und fundierte Kenntnisse über Markt und Kunden sind essenziell. Unternehmerische Fähigkeiten zur Organisation von Einkauf, Marketing und Personal sind notwendig, um die operative Komplexität zu bewältigen. Zudem ist eine hohe Risikobereitschaft erforderlich, da der Gründer alle Risiken selbst trägt. Ohne ausreichende Ressourcen und Know-how ist der Erfolg schwer zu erreichen.
4. Für wen ist ein Franchise-System besonders geeignet?
Franchise eignet sich für Gründer, die von einem bewährten Geschäftsmodell und etablierten Marken profitieren möchten. Es bietet Unterstützung bei Einkauf, Marketing und operativen Prozessen, was den Einstieg erleichtert. Gleichzeitig verlangt es die Bereitschaft, sich an vorgegebene Standards und Regeln zu halten. Wer weniger Risiko eingehen und schneller starten will, findet hier oft eine passende Lösung.
5. Wie wirkt sich das veränderte Kaufverhalten der Kunden auf die Gründung aus?
Kunden recherchieren heute intensiv online und vergleichen Angebote vor dem Kauf. Sie erwarten transparente Preise und eine hohe digitale Sichtbarkeit des Anbieters. Dies erhöht den Druck auf Gründer, in professionelle Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen zu investieren. Gleichzeitig steigt die Bedeutung eines überzeugenden Beratungserlebnisses im stationären Handel.

Wir unterstützen eine Vielzahl von Franchise-Systemen bei der Auswahl potenzieller Franchisepartner*innen: Träumen Sie davon, Ihre Liebe zu Küchen und skandinavischem Design zum Beruf zu machen? Nach einem ersten Gespräch mit unserer Expertin Claudia Stevens wissen Sie, wie Sie mit einem bewährten Konzept den Weg in die Selbstständigkeit im Möbelhandel sicher und erfolgreich meistern können.

Kommentare