Jobwechsel während der Corona-Krise. Was jetzt wichtig ist für die Kandidaten.

Aktualisiert: 28. Okt. 2020



Bewerber müssen sich durch die sinkende Konjunktur auf mehr Wettbewerb einstellen - weniger Jobs und mehr Bewerber!
Der Andrang auf offene Stelle wird größer - das Angebot sinkt.

Uns hat im Verlauf der Corona-Krise zunehmend interessiert, inwiefern die wirtschaftliche Situation die Anforderungen an einen neuen Arbeitgeber verändern wird. Viele Arbeitnehmer/innen sind aktuell in Kurzarbeit oder vielfach wurden Arbeitsplätze ins Home-Office verlegt. Derzeit gehen Schätzung davon aus, dass die Corona-Krise in Deutschland 1 Mio. Jobs kosten wird.


Wir haben uns daher gefragt: „Was wird nun für Kandidaten an Bedeutung gewinnen oder sogar zwingend erforderlich sein, damit sich diese zu einem neuen Job in Zeiten der Unsicherheit durchringen werden? Welche zusätzlichen Benefits müssen geboten werden, damit sich ein Arbeitnehmer aus einer unbefristeten Festanstellung herausbewegt und eine Probezeit und damit einen höheren Grad an Unsicherheit akzeptiert?"

Wir haben fest damit gerechnet, dass durch die anhaltende Krise Arbeitgeber wieder ein Stück mehr Macht am Arbeitsmarkt zurückerlangen. Insbesondere aufgrund des zu vermuteten Sicherheitsbedürfnisses der Arbeitnehmer und steigender Arbeitslosigkeit.


Unsere Annahme lautete wie folgt:

  • Für Arbeitgeber besteht eine größere Chance Wunschtalente für sich zu gewinnen.

  • Gleichzeitig werden sich aber Fachkräfte, die nicht auf Jobsuche sind, den Jobwechsel vergolden lassen und besondere Anreize erwarten.

  • Die zur Jobsuche „gezwungenen“ Fachkräfte werden noch mehr Gewicht auf die Themen Sicherheit & Entfristung legen.

Vor der Corona-Krise war der Arbeitsmarkt deutlich stärker Arbeitnehmer getrieben und das Phänomen Fachkräftemangel in vielen Branchen massiv spürbar. Dadurch galt es selbst für die großen Unternehmen sich als potenzieller Arbeitgeber möglichst attraktiv zu präsentieren. Hierdurch entstanden viele Facetten und Möglichkeiten des Employer Brandings, welche einzusetzen von immer größerer Bedeutung waren.


Nun wollten wir es genau wissen und starteten auf Basis dieser Annahmen im April zur Hochzeit der Corona-Krise unsere Online-Befragung. Hierfür forderten wir über die gängigen sozialen Medien im Rahmen unserer Postings zur Teilnahme an unserer Online-Befragung auf. Dabei gaben wir den Befragten die Möglichkeit aus 26 arbeitgeberseitig möglichen gebotenen Anreizen zu wählen und diese nach Präferenz zu gewichten. Diese Anreize teilten wir zudem in vier übergeordnete Rubriken auf.


Was können potenzielle Anreize für Arbeitnehmer sein, während der anhaltenden Coronakrise den Job zu wechseln?
Abbildung 1: Potenzielle Anreize für Arbeitnehmer beim Jobwechsel

Diese Aufteilung sollte uns dabei helfen zusammenfassend bessere Schlüsse ziehen zu können, wo die Bedürfnisschwerpunkte der Jobsuchenden und nicht-suchenden Kandidaten liegen. Angaben der Befragten in einem Freitextfeld ergaben keine sonderlichen Anpassungspotenziale an unserer ursprünglichen Aufteilung, daher nehmen wir an, alle relevanten Anreizmöglichkeiten identifiziert zu haben.


Von insgesamt 186 Personen haben wir aufschlussreiche und valide Antworten erhalten, wodurch sich unerwartete Ergebnisse herauskristallisierten, die uns wirklich verblüfften:


Home-Office hat zukünftig bei Arbeitnehmern deutlich Priorität!


Aus unseren Antwortmöglichkeiten auf die Frage „Welche zusätzlichen Anreize muss ein Arbeitgeber aktuell bieten, damit Sie als Arbeitnehmer den Jobwechsel vollziehen würden?“, wurden folgende Optionen am meisten ausgewählt (Abbildung 2):