Die ersten 100 Tage im neuen Job


Neue Herausforderung, Bewerbung, Jobwechsel
Herzlichen Glückwunsch! Nach dem Abschluss des neuen Arbeitsvertrages ist Zeit zum Feiern.

Herzlichen Glückwunsch! Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben und Sie freuen sich auf Ihren neuen Job. Vor Ihnen liegt eine spannende Zeit mit neuen Kollegen, interessanten Aufgaben und motivierenden Herausforderungen, die Sie sicherlich erfolgreich meistern werden. Als erfahrene HR-Spezialisten begleiten wir regelmäßig Menschen bei ihrem Jobeinstieg und wissen genau, wie wichtig die ersten 100 Tage sind. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen Tipps geben, wie Sie sich optimal auf die neue Tätigkeit vorbereiten, typische Fehler vermeiden und vom ersten Tag an sich gut ins Team integrieren. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Einstieg in den neuen Job professionell meistern und die gesetzten Erwartungen erfüllen oder sogar übertreffen.


Selbstreflexion

Die Zusage, der Arbeitsvertrag und das Datum des Arbeitsbeginns – alles ist geklärt und Sie fiebern Ihrem ersten Arbeitstag entgegen. Um den Einstieg in den neuen Job zu erleichtern, ist es wichtig, dass Sie noch einmal die Anforderungen der Stelle mit Ihren Fähigkeiten und Kompetenzen vergleichen. Analysieren Sie dazu genau die Stellenausschreibung und die Informationen, die Sie beim Vorstellungsgespräch erhalten haben. Die Selbstreflexion wird Ihnen helfen, kleine Defizite zu entdecken. Sicherlich sind es nur Kleinigkeiten, denn Sie haben die Personaler bereits von Ihren Fähigkeiten überzeugt.

  • Könnten Ihre EDV-Kenntnisse eine Auffrischung gut vertragen?

  • Oder hat sich das Detailwissen irgendwo im Hinterkopf versteckt und wartet ungeduldig darauf, wieder entdeckt zu werden?

Nutzen Sie die Zeit bis zum ersten Arbeitstag, um die identifizierten Defizite abzuschwächen und die erforderlichen Kompetenzen aufzubauen. Betrachten Sie den neuen Job als eine neue Chance und versuchen Sie ganz bewusst den aktuellen Lebensabschnitt hinter sich zu lassen. Reflektieren Sie die Vergangenheit und analysieren Sie rückblickend Ihre berufliche Laufbahn.

  • Was ist gut gelaufen?

  • Was waren bis jetzt die größten Erfolge?

  • In welchem Bereich könnten Sie sich verbessern?


Nur wer seine Schwächen identifiziert, kann an ihnen arbeiten und sich weiterentwickeln.


Bleiben Sie am Ball

Ihr Engagement wird belohnt. Bereits vor dem offiziellen Eintrittstermin können Sie oft an wichtigen Veranstaltungen teilnehmen, notwendige Schulungen absolvieren und so in Kontakt mit Ihrem zukünftigen Arbeitgeber bleiben. Nutzen Sie die Zeit, um sich über aktuelle Entwicklungen im Unternehmen zu informieren. Besonders die Informationen, die Ihre Aufgaben betreffen könnten, sind von großer Relevanz. Nicht nur die Internetseite enthält viele notwendigen Informationen, in vielen Fällen ist es möglich, dass Sie bereits vor dem ersten Arbeitstag Zugriff auf das Intranet erhalten. Die vertiefte Auseinandersetzung mit Unternehmensthemen schafft mehr Sicherheit und Vertrautheit. Sie erleichtern sich dadurch nicht nur die Onboardingphase, sondern können durch gezielte Vorbereitung gleich zu Beginn Ihrer Tätigkeit wichtige Pluspunkte sammeln und einen positiven ersten Eindruck hinterlassen.


Arbeitsvertrag, Arbeitsplatz, Büro
Bloß nicht nachlassen - bleiben Sie interessiert und nutzen Sie wichtige Gelegenheiten mit dem neuen Arbeitgeber im Kontakt zu bleiben.

Viele Kandidaten lehnen sich nach der Zusage zurück – ein Fehler, der nicht passieren sollte. Fahren Sie Ihr Engagement, welches Sie bei der Jobsuche gezeigt haben, auf keinen Fall zurück. Bleiben Sie weiterhin aktiv, fragen Sie gezielt nach dem Ablauf des Einstiegsprozesses und nach Ihren Aufgaben. So bleiben Sie positiv im Gedächtnis und erzielen damit, dass der Arbeitgeber sich auf Ihr Onboarding vorbereitet.


Onboarding – die erfolgreiche Integration

Die Tatsache ist, dass nicht alle Unternehmen sich gleich gut auf die Onboardingphase vorbereiten. Einige Arbeitgeber investieren viel Zeit und erarbeiten im Vorfeld einen Einarbeitungsplan, so der Idealfall. Wenn Sie mit einem strukturierten Onboarding-Plan begrüßt werden, dauert die Integration und Orientierung im Vergleich zu Unternehmen ohne Onboarding-Prozesse vermutlich etwas schneller und entspannter. Ist es nicht der Fall, dann sind Sie gefragt. Denn manche Unternehmen sind in Hinsicht auf Onboarding eher passiv und froh, wenn der Neuankömmling Eigeninitiative ergreift. In so einem Fall, sollten Sie die passive Rolle ablegen und selbst aktiv werden. Stellen Sie Fragen, sammeln Sie relevante Informationen und knüpfen Sie vor allem Kontakte. Machen Sie die Personen ausfindig, an die Sie sich in der ersten Zeit wenden und um Unterstützung bitten können.


Der erste Monat


Einarbeitung, Jobwechsel, Arbeitsplatz
Entdecken Sie das Unternehmen! Ein Start im neuen Job und Umfeld ist immer aufregend. Langjährige Mitarbeitende stehen Ihnen sicherlich mit Rat und Tat zur Seite.

Nachdem Sie die organisatorischen Erfordernisse der ersten Woche wie das Ausfüllen der notwendigen Anträge sowie die Einrichtung des Arbeitsplatzes erledigt haben, wird es höchste Zeit den Fokus auf das Knüpfen sozialer Kontakte zu lenken. Nur, wenn Sie das neue Kollegium gut kennen, können Sie sich auf dem neuen Arbeitsplatz wohlfühlen und das Vertrauen der anderen gewinnen. Beachten Sie beim Aufbau der Arbeitsbeziehungen folgende Punkte:

  • Suchen Sie Anschluss – eine gemeinsame Kaffeepause oder das Mittagessen in der Kantine eignen sich hervorragend dazu, um die neuen Kollegen kennenzulernen.

  • Seien Sie ein guter Beobachter und ein aufmerksamer Zuhörer – achten Sie darauf, wer zuerst das Wort ergreift oder Entscheidungen trifft. Durch Gespräche erfahren Sie viele wichtige Informationen.

  • Halten Sie sich mit Kritik zurück – Besserwisser sind im Team selten willkommen. Diskutieren und stellen Sie Fragen, bestehen Sie aber nicht stur auf Ihrer Meinung.

  • Engagement zahlt sich aus – übernehmen Sie aktiv Aufgaben oder bieten Sie Ihre Hilfe an. So können Sie Ihr Können unter Beweis stellen und Ihre Hilfsbereitschaft zeigen.

  • Achten Sie auf die „ungeschriebenen Regeln“ – sollte es üblich sein, dass Einstand gefeiert wird, dann nutzen auch Sie diese Gelegenheit, um neue Kontakte zu knüpfen.

  • Unpünktlichkeit ist ein No-Go – besonders in den ersten Wochen ist ein pünktliches Erscheinen auf der Arbeit Pflicht.

  • Vermeiden Sie Cliquenbildung – auch wenn die Verlockung groß ist, sich an bestimmte Personen festzuklammern, sollten Sie keine Grüppchen bilden und Neutralität bewahren.

Fragen und Feedback

Sie wurden eingestellt, damit Sie bestimmte Aufgaben im Unternehmen erfolgreich übernehmen. Dies ist nur dann möglich, wenn Sie sich mit Abläufen und Strukturen vertraut machen. Deshalb gilt die Prämisse des ersten Monats: Fragen stellen und Feedback einholen! Werfen Sie solche Gedanken wie „Wenn ich frage, erscheine ich inkompetent“ aus dem Kopf. Denn wer nicht fragt, lernt nicht. Egal wie berufserfahren und fachlich fit Sie sind, können Sie sich nicht mit den Strukturen und Prozessen eines für Sie noch wenig bekannten Unternehmens auskennen. Es wird sogar von Ihnen erwartet, dass Sie Interesse zeigen, mitdenken und Fragen stellen. Besonders nach der Bearbeitung der ersten Aufgaben und Projekte ist es wichtig, dass Sie Feedback einholen. Nur so können Sie sich sicher sein, dass Sie alles richtig verstanden und erledigt haben.


Tauschen Sie Erfahrungen aus

Jedes Unternehmen hat unterschiedliche Abläufe, Prozesse und Hierarchien. Und diese Tatsache soll zunächst auch akzeptiert werden. Wenn bei Ihrem letzten Arbeitgeber einiges anders gelaufen ist, muss es im neuen Unternehmen nicht zwingend genauso laufen. Halten Sie sich mit belehrenden Aussagen zurück und versuchen Sie die Unternehmensorganisation zunächst zu verstehen. Auch wenn Sie sich als Weltverbesserer ansehen und ein erfahrener Experte Ihres Faches sind, sollten Sie die betrieblichen Gepflogenheiten würdigen. Zeigen Sie Offenheit für Neues und nutzen Sie die Lernmöglichkeiten, die sich im neuen Unternehmen eröffnen. Wenn Sie in bestimmten Bereichen Verbesserungspotential sehen, tauschen Sie Ihre Erfahrungen aus, aber versuchen Sie keinesfalls Ihre Meinung aufzuzwingen. Besonders zu Beginn einer Tätigkeit in einem neuen Unternehmen ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehleinschätzung relativ hoch. Also, bleiben Sie cool und geben Sie sich die Chance die neuen Strukturen gut kennenzulernen, bevor Sie mit Verbesserungsvorschlägen ankommen.

Zeigen Sie Leistungsbereitschaft


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Bleiben Sie aktiv und integrieren Sie sich ins Team!

Neue Stelle, neue Herausforderung! Sicherlich sind Sie voll motiviert und stecken voller Tatendrang. Aber Vorsicht, manchmal ist weniger mehr. Bewahren Sie einen kühlen Kopf und versuchen Sie nicht in kürzester Zeit das gesamte Unternehmen umzukrempeln. Möchten Sie Leistungsbereitschaft zeigen, dann sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Übernehmen Sie Aufgaben und vereinbaren Sie mit Ihrem Vorgesetzten konkrete Ziele.

  • Um das Unternehmen und die dazugehörigen Prozesse besser kennenzulernen sowie schnell sichtbare Erfolge zu erzielen, sollten Sie in den ersten Wochen nur kurzfristige Ziele vereinbaren.

  • Wenn Sie gute Ideen haben, die zum Unternehmen passen, machen Sie konkrete Vorschläge.

  • Übernehmen Sie freiwillig Aufgaben, achten Sie jedoch auf ihre zeitliche und fachliche Machbarkeit.

  • Versuchen Sie ein gutes Gefühl für das neue Team zu entwickeln und achten Sie, dass Ihr Verhalten bei Ihrer Umgebung gut ankommt. Bei zu viel Engagement wird man schnell als „Streber“ abgestempelt.


Der zweite und der dritte Monat

Nun sind die ersten Wochen vorbei und Sie fühlen sich in Ihrem neuen Job immer sicherer. Neue Zielvereinbarungen können getroffen werden. Vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Vorgesetzten und nutzen Sie für die Festlegung der Ziele die bewährte SMART-Methode:

Spezifisch: Die Ziele sollten konkret formuliert werden.

Messbar: Die Messbarkeit der Erfolge muss gewährleistet sein.

Attraktiv: Alle Beteiligten sollten die Ziele akzeptieren.

Realistisch: Die vereinbarten Ziele müssen realisierbar sein.

Terminiert: Legen Sie einen konkreten Zeitpunkt für die Zielerreichung fest.


Neben der Zielvereinbarung ist die weiterführende Pflege des beruflichen Netzwerkes für ein erfolgreiches Onboarding entscheidend. Das sogenannte Networking wirkt unterstützend, förderlich und kann einen großen Teil zur Erreichung der festgelegten Ziele beitragen.

Im zweiten und dritten Monat haben Sie das Unternehmen besser kennengelernt und können nun neue Akzente setzen. Sie können in dieser Phase die Prozesse bereits besser beurteilen und durchdachte Verbesserungsvorschläge einbringen.

Die Bilanz nach 100 Tagen


Nun sind Sie etwa drei Monate im Unternehmen und sollten die entscheidende Bilanz ziehen. Wie gefällt Ihnen Ihr neuer Job? Die Klarheit für sich selbst zu schaffen, ist nicht immer einfach. Folgende Fragen können Ihnen dabei helfen:

  • Gefallen mir mein Aufgabengebiet und die damit verbundenen Verantwortlichkeiten?

  • Kann ich mir vorstellen in diesem Unternehmen die nächsten drei bis fünf Jahre zu arbeiten?

  • Komme ich gut mit Kollegen und Vorgesetzten aus?

  • Fühle ich mich insgesamt betrachtet wohl und werde ich wertschätzend behandelt?

  • Habe ich langfristige Aufstiegs- oder Entwicklungsmöglichkeiten?

Wenn Sie all diese Fragen ehrlich beantwortet haben, dann sollte Ihnen Ihre Entscheidung für bzw. gegen das Unternehmen nicht schwerfallen. Sind Sie mit Ihrem Job in allen Aspekten zufrieden, dann war es ein Volltreffer und Sie können sich in den nächsten Jahren voll und ganz auf die neue Herausforderung stürzen.

Was ist aber, wenn die neue Tätigkeit nicht den eignen Vorstellungen entspricht? Die Entscheidung ein noch sehr junges Arbeitsverhältnis zu beenden, ist nicht einfach und sollte gut überlegt sein.

Tipps für die Kündigung in der Probezeit

In der Regel dauert die Probezeit je nach Unternehmen drei bis sechs Monate. In dieser Zeit können Sie relativ unkompliziert kündigen, beachten Sie dabei die gesetzlichen Vorschriften bzw. die vertragliche oder tarifliche Vereinbarung.

Kündigen Sie mit Würde. Einfach eine Kündigung auf den Tisch zu leben, ist nicht gerade elegant. Suchen Sie unbedingt ein vertrautes Gespräch mit Ihrer Führungskraft und erklären Sie ihr Ihre Entscheidung. Bleiben Sie bei dem Gespräch sachlich und überlegen Sie zuvor gründlich, ob die Offenlegung der Kündigungsgründe jemandem schaden könnte. Vermeiden Sie Vorwürfe oder gar Beschuldigungen. Bleiben Sie jederzeit professionell und versuchen Sie sich im Guten zu trennen.

Kündigungsform: Die Kündigung bedarf nach § 623 BGB einer schriftlichen Form. Nennen Sie im Schreiben keine Kündigungsgründe und bitten Sie um Ausstellung eines Arbeitszeugnisses.


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